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Toter Christus (Trauer um den toten Christus)

Andrea Mantegna • Malerei, 1483, 81×66 cm
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Über das Kunstwerk
Kunstgattung: Malerei
Technik: Tempera
Materialien: Leinwand
Erstellungsdatum: 1483
Größe: 81×66 cm
Das Kunstwerk befindet sich in den ausgewählten Sammlungen: 36 selections

Bildbeschreibung «Toter Christus (Trauer um den toten Christus)»

Gespeichert in Breras Milan Pinacoteca Trauer um den toten Christus - nicht nur das berühmteste Gemälde von Andrea Mantegna, sondern auch eines der ungewöhnlichsten in der Weltmalerei.

Was ist ungewöhnlich?

Erstens in der Komposition. Die Fersen Christi berühren den unteren Rand des Bildes, und der Kopf ruht fast auf dem oberen. Bei einer solchen Platzierung des Körpers auf der Leinwand wäre nichts Besonderes, wenn es sich um eine frontal angeordnete Figur handeln würde - stehend oder sitzend. Eine andere Sache ist, einen liegenden Körper senkrecht zur horizontalen Achse darzustellen. Mantegna musste auf eine extrem scharfe perspektivische Reduzierung zurückgreifen und einen sehr niedrigen Standpunkt wählen. Und er tat es mit meisterhafter Glaubwürdigkeit: hier seine Studien Abhandlungen über Perspektive, Geometrie und Optik.

Zweitens die ungewöhnliche „Trauer um den toten Christus“ Mantegna im Naturalismus. Im Gegensatz zu seiner Ehrfurcht vor der Antike mit ihrem Heldenkult und den idealen gutaussehenden Männern porträtiert der Erretter Mantegna einen absichtlichen Bürger. Dies zeigt sich an seinem kantigen Gesicht, der breiten Bauernkiste, den verhärteten, gestressten Füßen. Ebenso Jungfrau Maria auf dem Bild "Madonna und Kind, Johannes der Täufer und Maria Magdalena" Ausgestattet mit einem hübschen, aber pockennarbigen und geblendeten Gesicht einer Bäuerin. Noch deutlicher ist dieser Trend im Bild "Christus trägt das Kreuz".

Offensichtlich war diese hartnäckige Zurückhaltung, den "König der Juden" zu aristokratisieren, die Hauptposition des Künstlers. So bringt Andrea, der Sohn eines Holzfällers aus Padua, Jesus, den Sohn eines Zimmermanns aus Bethlehem, den Weisen und Armen näher - zu denen tatsächlich Christus (zur Zeit Mantegnas, der schließlich vom Vatikan monopolisiert wurde) kam.

Leidenschaft für „Trauer um den toten Christus“

Es ist bekannt, dass dieses Gemälde sehr teuer war und bis zum Tod des Künstlers in seinem Haus aufbewahrt wurde. Es wird angenommen, dass die einzige „Trauer um den toten Christus“, die bis heute überlebt hat, die Originalkopie ist und das Original verloren gegangen ist.

Bereits heute haben sich zwischen Mailand und Mantua echte Kämpfe um das Bild entwickelt. Im Jahr 2006, als der 500. Todestag des Künstlers gefeiert wurde, sollte das Zentrum der Feierlichkeiten Mantova sein, wo Mantegna den größten Teil seines Lebens arbeitete und lebte und wo er begraben wurde. Die Pinacoteca Brera in Mailand weigerte sich jedoch, „Trauer um den toten Christus“ für die Mantua-Ausstellung bereitzustellen. Es kam zu einem großen Skandal, den der damalige italienische Kulturminister Francesco Rutelli lösen musste. Infolgedessen konnten Mailänder Experten nachweisen, dass die Tempera auf Mantegnas Leinwand zu zerbrechlich ist und den Transport selbst in das nahe gelegene Mantua nicht überlebt. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass es hier nicht um die Erhaltung des Meisterwerks geht, sondern um die berüchtigte kulturelle Rivalität der norditalienischen Städte.

Visuelles Zitat aus Mantegna im Film von Andrei Zvyagintsev

Das Bild erregt jetzt weiterhin den Geist.

Zum Beispiel können wir in der 10. Minute von Andrei Zvyagintsevs Film „Return“ sehen direktes Zitat "Trauer um den toten Christus". Zum ersten Mal sehen jugendliche Söhne einen schlafenden Vater, der plötzlich aus dem Nichts in ihrem Leben auftaucht. Er liegt in derselben Position auf dem Bett und wird aus demselben niedrigen Winkel genommen, in dem Christ Mantegna geschrieben ist. Zvyagintsev richtet a Gleichnisfilm, und mit diesem eindeutigen Zitat stellt er offensichtlich die Parallele zwischen Vater und Gott fest: Beide sind hart und unnachgiebig, beide greifen in das Leben eines Menschen ein, wenn sie am wenigsten erwartet werden, beide diktieren ihren Söhnen ihren Willen und beide sind unverständlich.

Autor: Anna Gestern
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